Das Team zur neuen „Phasendrescher“-Reihe

von Philipp Hell

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Pünktlich zu Beginn der neuen Saison startet eine neue „Phasendrescher“-Reihe auf mytischtennis.de. In dieser begleiten wir eine Mannschaft durch eine typische Kreisliga-Saison. Alle Beiträge lest ihr hier mit einer Woche Verspätung. Nun stellen wir euch schonmal das neue Team vor.

Zur Saison 2018/19 tritt die dritte Mannschaft der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal von 1953 (Spitzname: die Regenwürmer) in der zweiten Kreisliga (d.h. die dritte Liga von unten) an. Das Saisonziel reicht von „Es zählt wie immer nur der Klassenerhalt“ (Hotte) bis zu „Mit ein bisschen Glück steigen wir über die Relegation auf“ (Malte). Es spielen folgende Spieler mit.

Nr. 1: Natur- und Multitalent Basti ist die unumstrittene Spitzenkraft des Teams. Schade, dass er nebenher noch Fußball, Tennis und Beachvolleyball spielt, sonst hätte echt etwas aus ihm werden können. Hat auch sonst wahnsinnig viele Zweit- und Dritthobbys, die ihn davon abhalten häufiger zu trainieren und zu spielen. Ist im Herbst mitten während der Saison gerne mal für vier Wochen Backpacken in den Rocky Mountains. Hat kürzlich sein drittes Start-Up gegründet.

Nr. 2: Erbsenzähler Eberhard ist der Mannschaftsführer und hält den Laden zusammen. Er kümmert sich ums Organisatorische und ist auch sonst äußerst korrekt. Trägt Brille vom Typ „Kassenmodell“ mit Sportband um den Hinterkopf. Er ist der Einzige im Verein mit akkurat in die Hose gestecktem Trikot. Darüber wird die Sporthose bis über den Bauchnabel gezogen, damit die Plauze umso besser zur Geltung kommt. Abgerundet wird das Ganze von einem Ballonseide-Trainingsanzug in Lila-Blassblau. Wenig Talent, viel Fleiß. Finanzbeamter.

Nr. 3: Eine Bank im mittleren Paarkreuz ist Alt-Hippie Hotte, auch wenn er mit Sprüchen aus den Neunzigern, Sportmode aus den Achtzigern, Frisur aus den Siebzigern und einem Schläger aus den Sechzigern antritt. Oder vielleicht gerade deswegen? Die Einführung des TTR-Wertes ist irgendwie genauso an ihm vorübergegangen wie die größeren Bälle und kürzeren Sätze – aber was soll’s!? Studiert Philosophie im 34. Semester.

Nr. 4: Familienpapa Klaus-Dieter (vier Kinder, eine Frau, eine Freundin, ein Hund, zwei Katzen, zahllose Meerschweinchen) muss sich seine spärliche Freizeit sehr gut einteilen. Dadurch hat der Ligabetrieb bei ihm nicht immer die Priorität, die sich seine Mitspieler wünschen würden. Galt früher einmal als großes Talent – bevor er seine Gaby traf. Nun seit Jahren auf gleichbleibendem Niveau unterwegs. Tagsüber in der örtlichen Stadtsparkasse aktiv.

Nr. 5: Selbstverständlich mit Noppen auf beiden Seiten tritt Routinier Rüdiger an. Er hat mit seinen über 70 Lenzen bereits in allen Mannschaften des Vereins gespielt und dieses Jahr hat es ihn eben in die dritte gespült. Das gute ist: Rüdiger spielt ohne Mätzchen zu machen immer dort, wo man ihn aufstellt und hinten sollte er wirklich für einige Punkte gut sein. Spürt vor dem dritten Bier überhaupt nichts. Trifft vor dem vierten Bier keinen Ball. Seit Jahren pensioniert.

Nr. 6: Jungspund Malte wiederum würde gerne viel höher spielen: Seine ebenfalls 17-jährigen Kumpels haben es nämlich schon in die erste Mannschaft geschafft – doch  die haben auch, was Malte fehlt: Talent. Trotzdem ist Malte mit einem stark ausgeprägten Ehrgeiz ausgestattet und ist bei seinen leider häufigen Misserfolgen auch gerne mal nah am Wasser gebaut. Smartphone-süchtig, keine Freundin, lernt schon fleißig fürs Abitur.

Außerdem fiebern zahllose Ersatzspieler ihrem Einsatz im Auswärtsspiel beim 50 Kilometer entfernten Aufstiegsfavoriten entgegen, zu dem es traditionell starken Schneefall und Eisglätte gibt.