Kleine Sammlung gängiger Tischtennis-Begriffe

von Philipp Hell

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Lexikon der Spielertypen hin oder her – Tischtennis besteht aus mehr als nur Spielern. Endlich bringen wir Struktur in das ganze Chaos an Begriffen die so in den Turnhallen herumschwirren.

Erstveröffentlichung einer wasserburg-lastigen Variante am 5. Juni 2011 auf www.tischtennis-wasserburg.de

  • Abteilungsleiter, der: Freundliche Bezeichnung für den aktuellen Depp vom Dienst.
  • Abteilungsversammlung, die: Alljährliche Veranstaltung nach Saisonende, bei der der –> Abteilungsleiter gewählt und Leberkäs gegessen wird. Anschließend lockere Diskussion in ungezwungener Atmosphäre.
  • Anti, der: Extrem polarisierender Schlägerbelag, ähnlich wie –> Noppen.
  • Aufschlag, der: Völlig überschätzte Disziplin, meist mit leicht gereiztem Unterton in Verbindung mit dem Spruch „Der kann ja nur A.“ genannt.
  • Banane, die: bevorzugtes Nahrungsmittel während eines Spiels von Ernährungsbewussten. Alternative: –> Wurstsemmel
  • Bleifreies, das: Zweitliebstes Erfrischungsgetränk von Amateurspielern.
  • Boll, Timo: Vorbild für alle. Außer für Spieler mit –> Noppen.
  • Damenmannschaft, die: —Dieser Eintrag fehlt.—
  • Dritte, die: Mannschaft bei der das Gesellige klar im Vordergrund steht. Saisonziel ist immer der Nichtabstieg. Erster Ersatz für die –> Zweite.
  • Duschen, das: Teils ungeliebte Gemeinschaftsbeschäftigung nach Spielen und Training da die –> Turnhalle dafür oft nur leidlich ausgerüstet ist. Viele Spieler d. daher lieber daheim.
  • Entscheidungssatz, der: Nur etwas für Spieler mit Nerven wie Drahtseilen. Kaiserdisziplin.
  • Erste, die: Liebevolle Bezeichnung für die ehrgeizigste Herrenmannschaft.
  • Gerstensaft, der: Universales Sportlergetränk
  • Halbe, die: Verniedlichende Form einer Unterart des –> Gerstensafts. Bei einer bleibt es eigentlich nur selten.
  • Hausmeister, der: Trotz wechselnder Besetzung Schrecken aller Jugendlichen. Trägt immer zu mindestens 50% Schwund bei der –>Jugend bei. Ganz harte Exemplare schalten im vierten Satz des Schlussdoppels auch gerne mal die –>Turnhallen-Beleuchtung aus.
  • Jugend, die: Nachwuchsförderzentrum, leider meist nicht in Internatform geführt. Früher war bei der J. natürlich alles besser.
  • Kantenball, der: Königsdisziplin beim Tischtennis. Kommt meist beim Stand von 9:9 und ist selten verdient. Gerüchteweise wird er vor allem von Spielern der –> Ersten beherrscht.
  • Netzroller, der: Kleiner Bruder vom –> Kantenball, jedoch nicht ganz so tödlich. Trotzdem ähnlich beliebt wie –> Schläger-drehende –> Noppen-Spieler.
  • Noppen, die: Polarisierender Schlägerbelag, gehasst oder geliebt aber nichts dazwischen.
  • Nummer 1, die: Respektvolle Bezeichnung für aktuell offiziell besten Spieler im Verein, schlägt sich in der –> Rangliste nieder. Nicht gezwungenermaßen mit dem –> Vereinsmeister identisch, meistens aber schon.
  • Paarkreuz, das: Unterabteilung der –> Rangliste. Bestimmt die Gegner beim Punktspiel.
  • Quotient, der: Vorgänger des –> TTR, etwas ungerecht aber auch ohne Studium der höheren Mathematik verständlich.
  • Rangliste, die: Maßgeblich für die Mannschaftszusammensetzungen. Steht daher selbstverständlich nie zu Diskussion. Bezieht sich meist auf den –> TTR.
  • Rollaufschlag, der: Unterart des –> Aufschlags und oft probates Mittel gegen –> Noppen.
  • Rückschlag, der: Versuch, den –> Aufschlag zurück zu spielen. Oft bleibt es beim Versuch, sehr ärgerlich.
  • Schafkopfturnier, das: Großer Hafen für Spieler der hinteren Mannschaften, die hier auch einmal Chancen auf den Titel haben.
  • Schläger, der: Werkzeug jedes Tischtennis-Spielers. Oft alleiniger Schuldiger an bitteren Pleiten.
  • Schlussdoppel, das: Elfmeterschießen beim Tischtennis.
  • T-Shirt, rosa: Mit Vorliebe von den etwas älteren Spielern getragenes Accessoire. Hauptsächlich wenn die Frau das –> Trikot nicht gewaschen hat.
  • Topspin, der: 1. Bedeutung: Angriffsschlag von zunehmender Bedeutung an dessen technischer Ausführung schon so mancher verzweifelt ist. 2. Bedeutung: Tischtennis-Zubehör-Laden.
  • Training, das: 1. Bedeutung: Geliebte zwei- bis dreimalige Abendbeschäftigung pro Woche ohne Gattin. 2. Bedeutung: Völlig überschätzte Disziplin für Überehrgeizige.
  • Trikot, das: Identitätsstiftendes Kleidungsstück, meist von 80% einer Mannschaft getragen.
  • TTR, der: Teils etwas umstrittener Nachfolger des bereits etwas umstrittenen –> Quotienten, der die wenig umstrittene Prozenteberechnung ablöste. Gerüchteweise ist der T. vor allem in Niederbayern auf –> Turnieren spielend leicht zu erhöhen.
  • Turnhalle, die: Meist leicht in die Jahre gekommene graue Heimat der Abteilung mit tröpfelnden Duschen und ohne Seife auf den Toiletten. Oftmals rege zum –> Training frequentiert.
  • Turnier, das: Freizeitbeschäftigung ohne Gattin am Wochenende. Relevant für den  –> TTR.
  • Vereinsmeister, der: Größter zu erringender Titel im Verein, verbunden mit dem Erwerb eines Eintrages in den Annalen und ewigem Ruhm. Leider für die meisten Spieler höchstens in der Form eines Mini-S. erreichbar.
  • Weißbier, das: Unterart des –> Gerstensafts, hat seine Lieblinge und seine natürlichen Feinde.
  • Wurstsemmel, die: Erste Stärkungsmöglichkeit für weniger ernährungsorientierte Spieler. Sind vermutlich ausschließlich deswegen nicht in der –> Ersten zu finden. Schmeckt super in Kombination mit –> Gerstensaft.
  • Zweite, die: Gefühlt ständig aufstrebendes Team, erster Ersatz für die –> Erste.